13.09.2019
„Kleinod mit überregionaler Bedeutung“: Bezirksfraktion „Freie Wähler / Die Franken“ besucht Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen

Auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden Walter Schnell besuchte die Fraktion „Freie Wähler / Die Franken“ das Bürgermeister-Müller-Museum. Schnell hob dabei die einzigartige und überregionale Bedeutung des Museums hervor. Neben dem Landkreis und dem Bezirk solle sich deshalb auch der Freistaat an der Finanzierung beteiligen.

SOLNHOFEN - Die kleine Gemeinde mit ca. 1.800 Einwohnern trägt das paläontologische und geologische Museum weitgehend eigenständig, wie Bürgermeister Manfred Schneider berichtete. Neben den Einnahmen schlage das Museum im städtischen Haushalt jährlich mit 170.000 Euro zu buche. Die finanzielle Situation der Gemeinde habe sich in den letzten Jahren rapide verschlechtert. Unterstützung bekommt die Gemeinde seit kurzem deshalb von Seiten des Landkreises. „Die Diskussionen waren nicht leicht“, wie Josef Miehling, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag, erklärte. „Am Ende konnten wir aber zu einem guten Ergebnis kommen.“  Das Museum beantragt zudem nun erneut  Hilfe beim Bezirk Mittelfranken. „Was in dieser kleinen Gemeinde mit ohnehin schon riesigen Aufgaben in Form des Museum zusätzlich geleistet wird, ist beeindruckend.“, so Bezirkstagspräsident Armin Kroder, der das Museum nicht zum ersten Mal besuchte.

Museumsdirektor Dr. Martin Röper führte die Fraktion durch die modernen Räume. Das Museum gehöre innerhalb der Geolandschaft weltweit zu den „Top Five“. Besucher seien immer wieder ob der Bedeutung überrascht. Weil das Museum aber von der Regierung als „Lokal“ eingestuft werde, bekomme es keine Unterstützung aus München. Röper hob besonders einige einzigartige Artefakte hervor. So könne man zum Beispiel den Abdruck eines Fisches sehen, der auf der Jagd die Wasseroberfläche durchstieß, sich zufällig in Flughaut  und Magen eines fischjagenden Flugsauriers verfing und daraufhin mit diesem auf dem Meeresboden verendete. Man könne sogar noch die kleinen Fische in Hals und Magen des Flugsauriers zählen, die dieser kurz zuvor fraß, so Röper. An anderer Stelle sei es möglich anhand einer versteinerten Platte genau nachzuverfolgen, wie ein Krebs vor Millionen von Jahren auf dem Meeresboden entlang krabbelte, sich schließlich häutete und weiterzog. Anschließend habe ein Fisch erkennbar bei der Suche nach Fressbarem mit der Flosse Bodenkontakt gehabt. Weil sich die Szene im absoluten Stillwasser abgespielt habe, sei nichts davon zerstört worden. Solche Artefakte, das Museum stellt ausschließlich Originale aus,  begeisterten die Besucher seit Jahrzehnten. Das Museum werde im nächsten Jahr 50-jähriges Jubiläum feiern.

Walter Schnell bedankte sich für die interessante Führung. Auch die Bezirksräte Elke Eder, Hans Henninger und Robert Gattenlöhner waren sichtlich beeindruckt. Die Fraktion, so Schnell, werde die Unterstützung für das Museum wieder befürworten: „So ein Kleinod in Mittelfrankens Museumslandschaft mit überregionaler Bedeutung darf nicht alleine in der Verantwortung der Kommune liegen, sondern muss finanziell auf ein breiteres Fundament gestellt werden.“ Hierfür verspricht auch Landtagsabgeordneter Wolfgang Hauber aus Weißenburg sich einzusetzen.

Foto v.l. Bezirksrat Robert Gattenlöhner mit Ehefrau, Museumsdirektor Dr. Martin Röper, Kreisrat Franz Miehling, Bezirksrat und Fraktionsvorsitzender Walter Schnell, Fraktionsgeschäftsführer Martin J. Maier, Bürgermeister Manfred Schneider, Bezirkstagspräsident Armin Kroder, Bezirksrat Hans Henninger mit Ehefrau, Bezirksrätin Elke Eder mit Ehemann